
Die Grizzlys Wolfsburg kämpfen in der heißen Phase der DEL-Hauptrunde weiter um die Playoff-Qualifikation. Nach dem dramatischen 6:5-Sieg nach Penaltyschießen gegen die Fischtown Pinguins konnten sich die Niedersachsen vorerst wieder auf Platz neun schieben. Doch die Konkurrenz sitzt ihnen dicht im Nacken – und mit den Adler Mannheim wartet bereits die nächste große Herausforderung.
Formkurve: Zwischen Licht und Schatten
Die Wolfsburger Saison gleicht einer Achterbahnfahrt. Mal zeigen sie starke Comeback-Qualitäten wie zuletzt gegen Bremerhaven, mal gibt es herbe Rückschläge wie das 1:7 gegen Frankfurt oder das 2:6 in Augsburg. Besonders problematisch: In den letzten sechs Spielen kassierte das Team von Mike Stewart 26 Gegentore eine Quote, die dringend verbessert werden muss.
Während Torhüter Hannibal Weitzmann mit einer Fangquote von 91,3 % noch solide Werte vorweist, kämpft Dustin Strahlmeier mit einem Gegentorschnitt von 3,05 um mehr Konstanz. Die Defensive bleibt die Achillesferse der Grizzlys: Mit Ausnahme von Janik Möser weisen alle Verteidiger eine negative Plus/Minus-Bilanz auf.
Offensive: Verletzungsprobleme und Neuzugänge
Im Sturm haben die Wolfsburger ebenfalls mit Rückschlägen zu kämpfen. Darren Archibald, mit 15 Toren einer der gefährlichsten Angreifer, fällt für den Rest der Saison aus. Auch Justin Feser steht nach einer Hand-OP auf unbestimmte Zeit nicht zur Verfügung.
Um diese Lücken zu schließen, wurde mit Jimmy Lambert ein Neuzugang verpflichtet, der in sieben Spielen bereits vier Scorerpunkte sammelte. Zudem wurde Tanner Kaspick ins Team geholt, und die Rückkehr von Nick Caamano und Phil Varone sorgt für dringend benötigte Verstärkung. Dennoch bleibt die Frage, ob die Grizzlys ihre Offensivstärke konstant abrufen können.
Special Teams: Powerplay verbessert sich langsam
Die Überzahlsituation war lange ein Sorgenkind der Grizzlys. In den ersten zwölf Spielen des Jahres 2025 gelangen nur zwei Powerplay-Tore – eine katastrophale Quote von 7 %. Doch zuletzt zeigte das Team Besserung: Gegen Bremerhaven verdoppelten die Grizzlys ihre Ausbeute in einem Spiel, wodurch sich die Powerplay-Quote auf 22,66 % verbesserte.
Auch das Penalty Killing gehört mit einer Erfolgsquote von 81,42 % zu den stabileren Bereichen des Spiels. Dennoch wird es gegen ein starkes Team wie Mannheim darauf ankommen, in entscheidenden Momenten clever zu verteidigen.
Top-Duell gegen Mannheim: Können die Grizzlys überraschen?
Nach dem wichtigen Erfolg gegen Bremerhaven steht Wolfsburg vor der nächsten großen Herausforderung: Am Mittwochabend treffen sie auswärts auf die Adler Mannheim, die aktuell auf Platz drei der DEL stehen und auf direktem Kurs ins Viertelfinale sind.
Cheftrainer Mike Stewart ist sich der Schwere der Aufgabe bewusst:
„Die Adler haben eine verdammt gute Mannschaft mit unglaublicher Qualität. Wir müssen von der ersten bis zur letzten Minute fokussiert, konzentriert und diszipliniert auftreten. Nur so geben wir uns eine Chance auf Punkte.“
Doch es gibt Hoffnung: Am 24. Oktober zeigten die Grizzlys in Mannheim eine starke Leistung und gewannen mit 4:3 nach Verlängerung. Diese Erfahrung könnte dem Team das nötige Selbstvertrauen geben, um erneut für eine Überraschung zu sorgen.
Fazit: Alles oder nichts im Playoff-Kampf
Die Grizzlys stecken mitten im packenden Rennen um die Playoff-Plätze. Der Comeback-Sieg gegen Bremerhaven hat gezeigt, dass die Mannschaft die nötige Mentalität besitzt – doch die Defensive bleibt wackelig und die Verletzungen in der Offensive könnten auf lange Sicht zum Problem werden.
Das Spiel gegen Mannheim wird ein entscheidender Gradmesser: Kann Wolfsburg sich weiter in den Top 10 behaupten oder rutscht das Team wieder gefährlich nah an die Abstiegsplätze? Fest steht: Jeder Punkt zählt, und die Grizzlys müssen ihre beste Leistung abrufen, um den Playoff-Traum am Leben zu halten.


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