AEV verpasst die Playoffs und Ingolstadt liefert das passende Derby-Spektakel

Manchmal passt ein Eishockeyabend ziemlich gut zur Saison, die man gespielt hat. Für die Augsburger Panther war dieses 4:7 beim ERC Ingolstadt genau so ein Spiel.

Viel Einsatz. Viele Chancen. Vier eigene Tore. Und am Ende trotzdem wieder ein Ergebnis, das zu deutlich ausfällt und das endgültige Ende aller Playoff-Hoffnungen bedeutet.

Der Augsburger Panther wird die Saison 2025/26 als Tabellenelfter der Deutsche Eishockey Liga beenden. Zwei Punkte zu wenig hier, ein Spiel zu viel verloren dort und plötzlich ist der Frühling eben kein Playoff-Frühling.

Ein Derby, das nach 74 Sekunden kippte

Das Spiel selbst begann aus Augsburger Sicht ungefähr so schlecht, wie ein Spiel beginnen kann. Nach exakt 74 Sekunden zappelte die Scheibe bereits im Netz hinter Peyton Jones.

Riley Barber hatte im Slot zu viel Platz und setzte den Puck unhaltbar in den Winkel. Ein schneller Treffer und gleichzeitig der Start in einen Abend, an dem Ingolstadt im Abschluss deutlich effizienter war.

Die Gäste brauchten ein paar Minuten, fanden dann aber durchaus ins Spiel. Chancen waren da. Tempo auch. Nur das Tor fehlte.

Ingolstadt dagegen zeigte, warum man oben in der Tabelle steht. Ein Powerplay, ein Schuss und Barber traf erneut zum 2:0. Drei Minuten später erhöhte Kenny Agostino per Nachschuss bereits auf 3:0.

Die Panther spielten keineswegs schlecht. Nur lag man eben trotzdem drei Tore hinten.

Augsburg kämpft sich rein, zumindest kurz

Im zweiten Drittel versuchte Augsburg noch einmal, die Partie zu drehen. Michael Garteig kam ins Tor, doch auch er wurde schnell geprüft: Philip Rosa-Preto traf zum 4:0.

Spätestens zu diesem Zeitpunkt wirkte das Ergebnis deutlich brutaler als das Spiel selbst. Augsburg hatte Chancen nur der Puck wollte nicht rein.

Bis zur 34. Minute.

Dann lenkte Christian Hanke die Scheibe zum 4:1 ins Tor. Ein kleiner Hoffnungsschimmer der allerdings nicht lange hielt. Nur drei Minuten später stellte Daniel Schmölz den alten Abstand wieder her.

Kurz vor der Pause traf immerhin noch Cody Kunyk zum 5:2. Und plötzlich war da wieder ein kleines bisschen Leben im Derby.

Ein letztes Aufbäumen

Im Schlussdrittel wurde es dann noch einmal wild. Erst stellte Myles Powell auf 6:2, doch Augsburg gab sich nicht auf.

Alexandre Grenier verkürzte auf 6:3, kurz darauf traf Moritz Wirth sehenswert zum 6:4. Für einen Moment roch es tatsächlich noch einmal nach Spannung.

Doch als Garteig vom Eis ging und Augsburg alles riskierte, machte Agostino mit einem Empty-Net-Goal aus der eigenen Zone den Deckel drauf.

Ein Ergebnis, das zwei Saisons erzählt

Für Ingolstadt war es der passende Abschluss des letzten Hauptrunden Heimspiels: Tabellenplatz fünf, Playoffs sicher und ein Derby-Sieg vor ausverkauftem Haus.

Für Augsburg dagegen ist dieses Spiel so etwas wie eine Kurzfassung der gesamten Saison:

ordentliche Auftritte, Phasen mit Mut aber zu viele Gegentore und zu wenig Effizienz.

Am Sonntag steht noch ein Spiel an, dann ist Schluss. Kein Playoff-Hockey in der Fuggerstadt in diesem Frühjahr.

Und vielleicht ist das 4:7 von Ingolstadt genau deshalb das perfekte Sinnbild: Ein unterhaltsames Spiel nur leider nicht das richtige Ergebnis.


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