Busdeker Show und Schwarzwald Kater, Augsburgs Playoff Hoffnung flackert nur noch

Freitagabend in Augsburg: Für ein paar Stunden fühlte sich alles wieder möglich an.

Sonntagabend in Schwenningen: Die Realität der Saison 2025/26 kehrte mit voller Wucht zurück.

Zwischen Ekstase und Ernüchterung liegen manchmal nur 48 Stunden und genau diese zwei Tage beschreiben ziemlich gut, wo die Augsburger Panther im März stehen.

Ein Abend, der fast alles hatte

Wenn ein Spieler an allen sechs Toren beteiligt ist, darf man ruhig von einer Gala sprechen.

Und genau die lieferte D.J. Busdeker beim 6:3 gegen Dresden ab.

Der Start allerdings? Alles andere als ideal.

Gerade einmal neun Minuten waren gespielt, da lag der AEV bereits 0:2 hinten. Erst traf Sebastian Gorcik nach einem Abpraller, kurz darauf nutzten die Gäste einen kapitalen Defensivfehler. Augsburg wirkte kurz geschockt – fing sich aber schnell wieder.

Das Powerplay brachte die Panther zurück ins Spiel. Riley Damiani musste nach einer schnellen Kombination nur noch einschieben und verkürzte auf 1:2. Ein Tor, das Augsburg sichtbar Luft verschaffte.

Im zweiten Drittel übernahm dann endgültig die Busdeker-Show.

Zunächst bereitete er das 2:2 von Thomas Schemitsch mit vor, wenig später folgte ein Treffer für die Highlight-Reels: Busdeker bekam den Puck im Slot, tippte ihn nur minimal an und lupfte ihn frech über Juha Olkinuora ins Netz. Ein Tor, bei dem selbst die Dresdner Verteidiger kurz stehen blieben.

Augsburg hatte das Spiel gedreht und hörte nicht mehr auf.

Cody Kunyk erhöhte im Powerplay auf 4:2, ehe Busdeker im Schlussdrittel endgültig eskalierte: zwei weitere Tore, insgesamt sechs Scorerpunkte. Mehr hatte in dieser DEL-Saison bislang niemand in einem Spiel gesammelt.

Der 6:3-Sieg hielt die Panther im Playoffrennen. Drei Spiele, drei Punkte Rückstand auf Platz zehn.

Die Hoffnung lebte zumindest für den Moment.

Zwei Tage später: Realität im Schwarzwald

Der Auftritt in Schwenningen fühlte sich dann eher nach Saison-Endspurt als nach Playofflauf an.

Nicht, weil Augsburg schlecht spielte. Sondern weil wieder einmal genau die Kleinigkeiten fehlten.

Früh im Spiel kassierte Madison Bowey eine Spieldauerstrafe wegen Bandechecks. Die Panther verteidigten die fünf Minuten Unterzahl lange stark bis Daniel O’Regan doch eine Lücke fand und zum 1:0 traf.

Augsburg arbeitete sich danach zurück in die Partie, brauchte aber bis zur 26. Minute für die Antwort. Alexandre Grenier erzwang mit aggressivem Forechecking einen Scheibenverlust und jagte den Puck mit einem wuchtigen Schuss ins Tor: 1:1.

Der Ausgleich hielt allerdings nicht lange.

Die Spink-Brüder kombinierten sich kurz darauf durch die Defensive, Tyson Spink musste nur noch einschieben 2:1 für Schwenningen.

Chancen da, Tor fehlt

Im letzten Drittel spielte fast nur noch Augsburg.

Kunyk, Busdeker, Schemitsch, Grenier Chancen waren genug da. Busdeker traf sogar den Pfosten. Doch der Puck wollte diesmal einfach nicht über die Linie.

Als Trainer Bill Peters seinen Goalie früh vom Eis nahm, schien der Ausgleich noch einmal möglich. Doch eine Strafe gegen Kunyk nahm den Panthern in der Schlussphase die letzte Gelegenheit.

Am Ende blieb ein 1:2 und eine Tabellenlage, die kaum noch Spielraum lässt.

Hoffnung? Nur noch rechnerisch

Zwei Spiele vor Saisonende liegt Augsburg sechs Punkte hinter Platz zehn bei deutlich schlechterem Torverhältnis.

Heißt: Rein mathematisch ist noch etwas möglich. Realistisch betrachtet bräuchte der AEV allerdings ein kleines Eishockey-Wunder.

Der Kontrast dieser zwei Spiele könnte kaum größer sein:

Freitag die Busdeker-Gala und Playoffträume.

Sonntag ein Spiel, in dem Augsburg eigentlich genug Chancen hatte aber am Ende wieder mit leeren Händen dastand.

Oder, um es im delicioushockey-Stil zu sagen:

Die Panther haben gezeigt, dass sie Spiele spektakulär gewinnen können.

Nur leider haben sie diese Saison zu selten gezeigt, dass sie sie auch dreckig gewinnen können.


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