
Mailand. Verlängerung. Ein letzter Antritt. Ein letzter Schuss. Und dann dieses Geräusch Kufen auf Eis, Stöcke, die hochgerissen werden, ein kollektiver Urschrei. Die Schweizerinnen liegen sich in den Armen. Wieder Bronze. Wieder Geschichte.
Bei den Olympische Winterspiele 2026 gewinnen die Schweizer Frauen im Eishockey das kleine Finale gegen Schweden mit 2:1 nach Verlängerung. Und es ist ausgerechnet Alina Müller, die das Spiel entscheidet. Natürlich ist sie es.
Dieses Spiel hatte alles
Schweden geht im zweiten Drittel in Führung. Kein glücklicher Treffer, sondern einer, der die Schweizer Defensive für einen Moment unorganisiert aussehen lässt. Plötzlich steht es 0:1 und es fühlt sich an, als würde sich das Spiel verengen. Räume werden kleiner. Gedanken lauter.
Doch die Antwort kommt. Sinja Leemann gleicht aus. Kein spektakulärer Treffer, aber einer mit Wucht im Herzen. Ein Tor, das sagt: Nicht heute. Nicht schon wieder.
Die Schweiz verteidigt diszipliniert, Torhüterin Andrea Brändli wächst mit jeder Parade. Was sie an diesem Abend hält, ist mehr als nur Technik es ist Timing, Antizipation, Ruhe im Chaos.
Und dann kommt die Verlängerung.
Alina Müller und der Kreis, der sich schließt
51 Sekunden vor Ende der Overtime. Ein schneller Übergang, ein sauberer Abschluss. Das Netz zittert. Spiel vorbei.
Alina Müller wird zur Heldin erneut.
Zwölf Jahre nach ihrem ikonischen Bronze-Tor als 15-Jährige bei den Olympische Winterspiele 2014 ist sie es wieder, die Geschichte schreibt. Damals das Wunderkind. Heute die Anführerin.
Das ist keine Nostalgie-Story. Das ist Konstanz auf höchstem Niveau. Müller steht sinnbildlich für die Entwicklung des Schweizer Frauenhockeys: Talent, das geblieben ist. Talent, das gewachsen ist. Talent, das liefert, wenn es zählt.
Mehr als nur ein dritter Platz
Diese Medaille ist nicht zufällig gefallen. Sie ist das Resultat von Jahren harter Arbeit, professioneller Strukturen und einer Generation, die sich international längst Respekt verschafft hat.
Die Schweizerinnen sind kein Überraschungsteam mehr. Sie spielen strukturiert, mutig, physisch präsent. Sie verteidigen kompakt, schalten schnell um, nutzen ihre Geschwindigkeit auf den Flügeln. Vor allem aber: Sie bleiben mental stabil.
Nach einer intensiven Gruppenphase und einem bitteren Halbfinale hätte das Team einbrechen können. Stattdessen wählte es den härteren Weg noch einmal alles investieren für Bronze.
Und genau das macht große Mannschaften aus.
Die Bedeutung für das Schweizer Eishockey
Mit Bronze 2026 gewinnt die Schweiz ihre zweite olympische Medaille im Frauen-Eishockey. Und vielleicht ist diese sogar noch wertvoller als 2014.
Damals war es der Durchbruch.
Heute ist es die Bestätigung.
Die Schweiz gehört zur erweiterten Weltspitze. Hinter den dominierenden Nationen hat sich ein Team etabliert, das bei Großturnieren jederzeit um Edelmetall spielen kann. Das Nachwuchs inspiriert. Das Sichtbarkeit schafft. Das junge Spielerinnen träumen lässt.
Was bleibt
Es bleibt dieses Bild: Müller auf den Knien, Teamkolleginnen über ihr, Helme fliegen, Emotionen explodieren.
Es bleibt die Gewissheit, dass dieses Team Charakter hat.
Und es bleibt die Erkenntnis, dass Bronze manchmal wie Gold glänzen kann wenn der Weg dorthin so hart war.
Die Schweizer Frauen haben sich ihre Medaille nicht nur erkämpft.
Sie haben sie sich zurückgeholt.


Hinterlasse einen Kommentar