Finnlands Frauen-Eishockeyteam am Rande des Chaos

Mailand, 05.02.2026

Mailand spielt heute Abend Gastgeber für ein emotionales Hockey-Drama, das so nicht auf dem Spielplan stand: Fünf Minuten Eiszeit vor der Eröffnungsfeier sollen Finnlands Naisleijonat im Klassiker gegen Kanada zeigen, was sie können. Nur diese Mannschaft sieht gerade nicht wie ein Team aus, das für Bronze oder gar Gold fährt. Sondern eher wie ein Verband, der gegen Norovirus und Quarantäne kämpft. 

Ein Kader im Knock-Out

Seit gestern schwelt eine handfeste Krise im olympischen Dorf: Ein Magen-Darm-Virus, mutmaßlich Norovirus, hat zugeschlagen und mehrere finnische Spielerinnen außer Gefecht gesetzt. Offiziell meldet der Verband, dass mindestens 4 Spielerinnen betroffen sind und isoliert werden mussten. Die dpa-Medienberichte sprechen schon von einem Ausfall durch „heftigen Brechdurchfall“. 

Inzwischen aber kursieren Medienangaben, wonach bis zu 13 Spielerinnen krank oder in Quarantäne stehen. Das bedeutet: Von den nominell 20 Skaterinnen und zwei Torhüterinnen hatten beim gestrigen Training nur acht Feldspielerinnen und zwei Goalies auf dem Eis stehen. 

Norovirus, kein Gegner, den man sich wünscht

Das Norovirus ist keine harmlose Grippe es ist ein flinker, ansteckender Magen-Darm-Erreger, der Teams binnen Stunden dezimieren kann. Im olympischen Dorf breitet sich die Krankheit schnell aus, weil Spielerinnen täglich dicht zusammen sind, gemeinsame Mahlzeiten haben und im gleichen Hotel wohnen. Das hat schon andere Delegationen getroffen aber kaum so heftig wie jetzt die finnische Frauenmannschaft. 

Finnlands Teamärztin und medizinische Betreuer arbeiten derzeit im Krisenmodus: isolieren, beobachten, behandeln. Gleichzeitig laufen Gespräche mit dem IIHF (Eishockey-Weltverband), um zu klären, ob das geplante Spiel am Donnerstagabend überhaupt regelkonform stattfinden kann.

Kanada, und ein möglicher Forfait-Schock

Für den Klassiker gegen Kanada braucht Finnland mindestens 17 spielberechtigte Athletinnen, darunter zwei Torhüterinnen das ist vorgeschrieben. Sollte dieser Mindestkader nicht erbracht werden, wäre ein Forfait mit 1:0-Wertung zugunsten Kanadas die Folge. 

Für ein Team, das bei den letzten zwei Winter-Olympischen Spielen jeweils Bronze gewann, ist das ein harter Schlag sportlich wie emotional. Die Naisleijonat haben eine stolze Eishockey-Tradition und zählen regelmäßig zur Weltspitze. Heute jedoch steht mehr auf dem Spiel als nur ein Ergebnis. Lieber fiebert ganz Hockey-Europa mit ihnen aber auch Schweden, USA und Deutschland werden genau beobachten, wie sich die Situation entwickelt.

Zwischen Hoffnung und Sorge

Im Team und im Umfeld herrscht gemischte Stimmung. Einerseits wächst der Respekt vor dem Virus, der keine Rücksicht auf Olympia nimmt. Andererseits ist da die leise Hoffnung: Gesundheit kehrt schnell zurück, Symptome können abklingen, Spielerinnen wieder ins Team finden. Doch bis zum Bully heute Abend tickt die Uhr. Die Frage ist nicht mehr nur: Wie stark ist Finnland auf dem Eis? Sondern: Wie viele Spielerinnen stehen überhaupt zur Verfügung?

Und so startet Finnlands Frauen-Eishockey morgen Abend nicht nur gegen Kanada sondern gegen ein Virus, das momentan das wohl härteste Powerplay im Turnier fährt.