
Die PENNY DEL zeigte am zweiten Januar-Wochenende 2026 ihr ganzes Gesicht: Favoriten, die ihre Klasse ausspielten, Teams im Mittelfeld, die um jeden Zentimeter Eis kämpften – und einige deutliche Ergebnisse, die in der Tabelle Wirkung hinterließen. Der 38. Spieltag am Freitag und der 39. am Sonntag waren weniger zwei einzelne Abende als vielmehr ein zusammenhängendes Statement darüber, wo diese Liga aktuell steht.
Freitag: Offensive Schlagkraft und erste Vorentscheidungen
Der 9. Januar (38. Spieltag) gehörte vor allem den Mannschaften, die in dieser Saison nach ganz oben wollen – und das nicht nur auf dem Papier.
München setzt ein erstes Ausrufezeichen
In Straubing lieferten die Tigers lange einen offenen Schlagabtausch mit dem EHC Red Bull München, doch am Ende setzte sich die individuelle Klasse der Münchner durch. Der 6:3-Auswärtssieg war kein Zufallsprodukt: München erhöhte mit fortlaufender Spielzeit den Druck, gewann mehr Zweikämpfe in der neutralen Zone und bestrafte defensive Fehler der Tigers gnadenlos. Gerade im Schlussdrittel wurde sichtbar, wie schwer diese Mannschaft zu verteidigen ist, wenn sie einmal ins Rollen kommt.
Mannheim souverän, Iserlohn mutig
Die Adler Mannheim ließen Frankfurt beim 6:2 kaum Luft zum Atmen. Früher Druck, sauberes Forechecking und eine effiziente Chancenverwertung sorgten dafür, dass das Spiel früh in eine klare Richtung kippte. Mannheim bestätigte damit seinen Ruf als eines der konstantesten Teams der Liga.
Ganz anders, aber ebenso bemerkenswert, war der Auftritt der Iserlohn Roosters. Gegen die Eisbären Berlin holten sie sich ein 4:3 – ein Spiel, das weniger durch Dominanz als durch Mentalität entschieden wurde. Iserlohn blieb auch in schwierigen Phasen dran und zeigte, dass Einsatz und Struktur in dieser Liga immer noch ein Rezept gegen größere Namen sind.
Bremerhaven nutzt seine Chancen
Die Pinguins Bremerhaven machten gegen Nürnberg genau das, was Playoff-Teams auszeichnet: Sie waren da, wenn sich Lücken auftaten. Das 3:1 war kein Spektakel, aber ein kontrollierter, reifer Auftritt gegen die Ice Tigers, der Bremerhaven weiter stabil in den oberen Regionen hielt.
Sonntag: Die Liga bekommt Konturen
Der 11. Januar (39. Spieltag) brachte dann die nächste Eskalationsstufe – vor allem in Sachen Klarheit.
Wolfsburg beendet seine Durststrecke
Die Grizzlys Wolfsburg brauchten dringend ein Erfolgserlebnis – und sie bekamen es mit einem 5:2 gegen die Löwen Frankfurt. Entscheidend war ein Doppelschlag im Schlussdrittel, der das Spiel innerhalb weniger Sekunden kippte. Wolfsburg spielte in dieser Phase schnörkellos, direkt und mit dem Selbstvertrauen, das ihnen zuletzt gefehlt hatte. Der Sieg war mehr als drei Punkte: Er war ein psychologischer Befreiungsschlag.
Köln bleibt gnadenlos konstant
Die Kölner Haie setzten ihre beeindruckende Serie fort und holten beim 3:1 in Augsburg bereits ihren zwölften Sieg in Folge. Auch hier war nicht alles perfekt – aber Köln ist aktuell brutal effizient. Selbst Rückschläge bringen diese Mannschaft nicht aus der Struktur, und genau das macht sie so gefährlich für die Konkurrenz.
München zerlegt Iserlohn
Wenn der EHC Red Bull München in Fahrt kommt, kann es schnell brutal werden. Das bekam Iserlohn beim 0:6 in München zu spüren. Ein Shutout für den Münchner Goalie, ein Hattrick von Jeremy McKenna – und ein Spiel, das von Beginn an nur eine Richtung kannte. München kombinierte Tempo, Tiefe im Kader und Abschlussstärke zu einem Auftritt, der die Titelambitionen erneut unterstrich.
Mannheim, Ingolstadt und Schwenningen mit wichtigen Siegen
Die Adler Mannheim mussten gegen Bremerhaven arbeiten, setzten sich aber am Ende mit 4:3 durch – ein klassischer Sieg der Kategorie „reif“, bei dem mentale Stärke entscheidend war.
ERC Ingolstadt gewann 4:1 in Nürnberg und bestätigte damit seine stabile Auswärtsform.
Und die Schwenninger Wild Wings holten mit dem 4:2 gegen Straubing wichtige Punkte im engen Mittelfeldkampf – ein Spiel, das vor allem durch eine starke Schlussphase entschieden wurde.
Was dieses Wochenende bedeutet
Dieses Doppel-Spieltag-Wochenende hat die PENNY DEL nicht auf den Kopf gestellt – aber sie ein Stück weit sortiert.
Köln und München haben gezeigt, warum sie aktuell das Maß der Dinge sind: Konstanz, Tiefe und die Fähigkeit, Spiele auch ohne Glanz zu gewinnen. Wolfsburg hat sich mit einem Befreiungsschlag zurückgemeldet. Mannheim bleibt der Inbegriff von Stabilität. Und im Mittelfeld – von Schwenningen bis Straubing – wird jeder Punkt zunehmend zu harter Währung.
Es war ein Wochenende, das weniger durch einzelne Sensationen als durch klare Trends auffiel. Und genau solche Spieltage sind es, die später oft den Unterschied zwischen direkter Playoff-Qualifikation und nervenaufreibender Pre-Playoff-Runde ausmachen.



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