
Norwegen. Kalte Luft, laute Hallen und Eishockey, das gerade richtig schön weh tut. Der Kampf um die Playoff-Plätze in der Champions Hockey League spitzt sich zu, und mittendrin: Storhamar Hamar und die Fischtown Pinguins Bremerhaven. Beide Teams haben noch alles in der eigenen Hand, aber keiner darf sich mehr einen Fehltritt leisten.
Storhamar zwischen Hoffnung und harter Realität
Die Stimmung in Hamar ist elektrisierend. Nach dem 2:1-Sieg gegen Brynäs IF ist die Euphorie zurück auch, weil’s ein Spiel war, das man so schnell nicht vergisst. Späte Führung, nervenzerreißende Schlussminuten, Campbell mit dem Gamewinner. Solche Siege fühlen sich nicht nur gut an, sie geben einer Mannschaft wieder Glauben.
Die CHL-Reise der Norweger war bisher alles andere als geradlinig. Eine Auftaktniederlage gegen Berlin, dann ein Ausrufezeichen gegen Sparta Prag 4:2, starkes Statement. Doch danach folgten zwei bittere Pleiten gegen KalPa Kuopio und Ilves Tampere. Plötzlich stand man mit dem Rücken zur Wand. Aber genau da scheint Storhamar aufzublühen.
Sechs Punkte aus fünf Spielen sind noch kein Freifahrtschein, aber sie halten die Tür zur K.o.-Runde offen. Markus Røhnebaek Stensrud ist derzeit einer der auffälligsten Akteure defensiv stabil, offensiv mutig, ein Spieler, der Energie auf das Eis bringt. Und vorne? Jacob Berglund und Andreas Martinsen machen genau das, was man von ihnen erwartet: Druck, Präsenz, Tore. Wenn das Duo wieder heiß läuft, kann’s für jeden Gegner ungemütlich werden.
Bremerhaven norddeutsche Coolness mit Biss
Und dann kommt Bremerhaven. Dieses Team hat in den letzten Jahren bewiesen, dass man auch mit kleinerem Etat ganz groß aufspielen kann. Der 2:0-Sieg gegen Luleå war ein echtes Statement: defensiv kompromisslos, offensiv eiskalt. Leon Hungerecker mit einem Shutout, der fast schon routiniert wirkte und vorne treffen Bennet Roßmy und Jan Urbas mit der Effizienz einer gut geölten Maschine.
Das war nicht nur der dritte Sieg der Kampagne, sondern auch der zweite in Folge. Und das Timing könnte kaum besser sein. Die Pinguins haben sich pünktlich zum Saisonendspurt gefunden stabil, fokussiert und mit einer klaren Identität. Disziplin in der eigenen Zone, schnelle Umschaltmomente, kaum Fehler im Aufbau. Bremerhaven spielt kein spektakuläres Hockey aber ein verdammt effektives.
Ein Duell mit allem, was Eishockey ausmacht
Wenn Storhamar und Bremerhaven aufeinandertreffen, treffen zwei Philosophien aufeinander. Hier das physische, leidenschaftliche, oft unberechenbare Spiel der Norweger da die taktische Struktur und Ruhe der Deutschen. Es ist das klassische Duell zwischen Chaos und Kontrolle, und genau deshalb wird’s so spannend.
Beide Teams wissen: Ein Sieg kann den Weg ins Achtelfinale ebnen, eine Niederlage alles kompliziert machen. Die Atmosphäre in Hamar wird kochen, und genau diese Intensität ist es, die die CHL so besonders macht. Kein Spiel um die Goldene Ananas, sondern Playoff-Feeling pur schon im Oktober.
Und wenn wir ehrlich sind: Genau für solche Abende schauen wir Eishockey. Wenn du das Knistern in der Halle spürst, wenn jeder Check kracht, jede Parade gefeiert wird und jeder Fehler gefährlich werden kann. Es sind diese Spiele, die zeigen, wer wirklich bereit ist für die großen Momente.
Also: Flutlichter an, Helme festgezurrt, Emotionen auf Anschlag, Hamar wird brennen. Und irgendwo in all dem Lärm steht die Frage, die sich jeder Eishockey-Fan stellt: Wer will es mehr? Storhamar oder Bremerhaven?


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